Gruppenbild der Teilnehmer (v.l.n.r): 1) Jan Hutzenlaub (roosplan), 2) Prof. Jürgen Braun (HfWU), 3) Johannes Schwegler (ZR), 4) Benjamin Körkel-Wineberger (HfWU), 5) Hans-Peter Sieg (Stadtentwässerung Weinstadt), 6) Jochen Roos (roosplan), 7) Robert Auersperg (ZR), 8) Nils Behr (ZR), 9) Claus Hainbuch (ZR), 10) Manfred Siglinger (ZR), 11) Markus Wegst (LRA - untere Naturschutzbehörde), 12) Marvin Melzer (ZALF), 13) Alexander Maidl (LfL).

Beetle Banks im Weinberg – DAKIS beim Strategiedialog der Zukunftsstiftung Remstal in Baden-Württemberg

Der Weinbau in Deutschland steht vor großen Herausforderungen: Arbeitskosten steigen und die Nachfrage für Qualitätsweine geht zurück. Gleichzeitig verändert der Klimawandel die Anbaubedingungen etablierter Rebsorten. Über Generationen gepflegte Weinberge sind an der Rentabilitätsgrenze, werden teilweise gerodet oder liegen brach und verwildern.
Eine von diesem Umbruch betroffene Region ist auch das Remstal in Baden-Württemberg. Hier hat es sich die neu gegründete gemeinnützige Zukunftsstiftung Remstal (ZR gGmbH) zum Ziel gesetzt, nachhaltige Landschaftsgestaltungskonzepte zu etablieren, z.B. durch Maßnahmen für die Biotop-Vernetzung und den Wasserrückhalt. Verschiedene Nachnutzungsformen wie z.B. eine extensive Beweidung durch Schafe, der Anbau von klimaresistenten Sonderkulturen aber auch der Einsatz von Robotik und KI sind geplant.
Nachdem bereits erste Maßnahmen initiiert wurden, lud die ZR am 19. Mai 2026 zur Ortsbegehung am Weinberg Kleinheppacher Kopf und zu einem anschließenden Strategiedialog in der Remstalkellerei in Beutelsbach ein.
Von Johannes Schwegler (ZR-Geschäftsführer), Manfred Siglinger und Claus Hainbuch (ZR-Gesellschafterausschuss) eingeladen, wurden unter anderem Vertreter der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts, des Gemeinderats, Winzer, ein Landschafts- und Umweltplanungsbüro sowie Prof. Braun und Benjamin Körkel-Wineberger von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen (HfWU) sowie Marvin Melzer (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, ZALF) und Alexander Maidl (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, LfL) vom DAKIS Projekt.
Grund für die Beteiligung von DAKIS war das große Interesse am Thema Beetle Banks (Käferwälle), worüber Marvin Melzer einen Vortrag hielt: „Beetle Banks können gezielt in den jetzt brachliegenden Weinbauflächen des Remstals angelegt werden“. Die Agrar-Umweltmaßnahme soll den Oberflächenabfluss nach starken Regenfällen ausbremsen und Wasser in den Flächen zurückhalten. Gleichzeitig dienen Beetle Banks als wichtiges Habitat für Nützlinge und fördern die Biodiversität. Die Maßnahme soll mit anderen Nachnutzungskonzepten kombiniert werden, um aus den ehemaligen Weinbauflächen wertvolle Lebensräume für Mensch und Natur zu schaffen, im Einklang mit den noch bestehenden Produktionsflächen und dem für die Region wichtigen Tourismus.
Das im DAKIS Projekt entwickelte Planungstool für Beetle Banks wurde für diesen Zweck an die Gegebenheiten im Weinbau angepasst. In einer angedachten Kooperation mit der Zukunftsstiftung Remstal sowie gemeinsamen Forschungsprojekten mit der HfWU Nürtigen sollen nun Flächen für die Umsetzung erster Beetle Banks ausgewählt und durch Forschungsprojekte wissenschaftlich begleitet werden. Der Grundstein dafür wurde nun gelegt, mit Spannung blickt das DAKIS Projekt auf die anstehenden Arbeiten und freut sich auf eine enge Zusammenarbeit.

Die Umsetzung der bisher noch theoretisch geplanten Beetle Banks unter Praxisbedingungen ist Teil der zweiten Förderphase „DAKIS 2“ und wird insbesondere durch Alexander Maidl (LfL) seit April 2026 im Arbeitspaket 2.3 „Umsetzung der Use-Cases unter Realbedingungen“ realisiert.

© alle Fotos: ZALF